REHA 4 - von kreativen Menschen umgeben

In einer so großen Klinik wie die Hartwaldklinik 1 begegnet  man jeder Menge Menschen - letztlich trifft man auf ein Spiegelbild der Gesellschaft.

Es gibt die Witzigen, die Vorlauten, die Unzufriedenen, die Chefs, die Mitläufer, die Intoleranten, die Leisen, die Einzelgänger ... - und es gibt die kreativen Menschen.

 

Auf unserer Station gab es die "Puzzle-Tanten". Mit einer Geduld und Konsequenz wurde Puzzle um Puzzle zusammengelegt - von 1.000 bis 3.000 Teile war alles dabei.

Es gab unsere GärtNärrin Steffi (so bezeichnet sie sich selbst), die ein Händchen für sämtliche Pflanzen besaß. Wir hatten die Strickliesels und Häkeltanten - ich trage mit Freude die tollsten Socken ever von Tisch-25-Christiane - ja, und dann war da noch Kai.

 

Mit ihm freundeten wir uns in der zweiten Hälfte des REHA-Aufenthaltes an. Wir sind auf ihn durch seine Armbänder aufmerksam geworden. Er knüpfte einfach schöne  symbolische Armbänder u.a. auch  mit den Solidaritätsschleifen z.B. für MS, Autismus - und natürlich REGENBOGENFARBEN!.

 

Mit diesen deckten wir uns  auch ein - unser komplette Tisch 25 (s. Foto).  Dazu gestaltete Kai Schlüsselanhänger, große Schleifen mit den jeweiligen Solidaritätsschleifen - und er war ständig auf der Suche nach neuen Ideen. Er fand für mich heraus, dass es auch eine Schleifenfarbe  für das Restless-legs-Syndrom gab - nämlich helles blau.

 

Die Armbänder waren unsere sichtbare Verbindung - die Solidaritätsschleifen stärkten uns in dem Akzeptieren unserer Krankheit. Die süßen Schlüsselanhänger - und überhaupt alles, was Kai an kreativen Ideen hat, findet ihr unter

 

https://www.facebook.com/TripleKKnotsKites/

 

Mein Regenbogenarmband ist fast überall mit dabei - und ich habe jetzt noch ein Armband mit 3 Schleifen bei Kai bestellt. Diese Arbeiten sind einzigartig und besonders. Auch Kai gehört zu den Menschen, die mein Leben bereichert haben. 

 

Allein wegen all diesen Menschen, die ich kennenlernen durfte, hat sich die REHA gelohnt.

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REHA 3: "Congenial" - Freundschaft auf den ersten Blick - oder ein Coming-Out kommt selten allein

Es gibt diese Begegnungen, bei denen man sofort spürt, mit diesem Menschen ist es anders als sonst. Das passiert eher selten - ähnlich vielleicht wie bei der Liebe auf den ersten Blick - aber es passiert und meistens dann, wenn man nicht damit rechnet.

 

Unsere erste Begegnung war am Mittagstisch des ersten Tages unseres REHA-Aufenthaltes. Mir war mein Platz schon zugewiesen worden und ich hatte mich mit Steffi und Mechthild (s. REHA 2) bereits bekannt gemacht. Dann stand also Uli vor unserem Tisch und sie setzte sich  mir  gegenüber.

 

Es stellte sich heraus, dass Uli und ich  der selben Station angehörten und unsere Zimmer auch noch gegenüber lagen. Obwohl wir uns erst eine Stunde kannten, freuten wir uns darüber wie die Schneeköniginnen.

 

Als ich im Schwesternzimmer das Aufnahmegespräch führte, wurde auch die Frage nach dem Familienstand gestellt. Man sollte mit der Zeit meinen, dass man lockerer im Umgang mit der eigenen sexuellen Orientierung  umgeht. Aber immer wieder nimmt man Anlauf, um solche Fragen zu beantworten, stets mit dem Gedanken konfrontiert, was passiert, wenn mein Gegenüber  nun zu dem Kreis der homophoben Menschen gehört. Es ist letztlich auch die ständige Selbstverständlich der Mitmenschen, die einem immer einen Mann an der Seite unterstellen oder das man vielleicht sogar gerade auf der Suche wäre. Entweder man spielt mit oder es man muss seinem Gegenüber sagen: Hör zu, ich stehe auf Frauen. Als homosexueller Mensch hat man in seinem Leben also nicht nur ein Outing, sondern verdammt viele. Die Menschen auf dieser Station  4 waren mir fremd und ich musste die nächsten Wochen mit ihnen verbringen. Wie auch draußen in der großen weiten Welt finden sich in so einer REHA-Einrichtung Menschen mit den unterschiedlichsten Ansichten und Lebenseinstellungen. Also überlegt man sich schon genau, was möchte ich alles von mir preisgeben?..."

 

 Meine Gegenüber war also eine Schwester der Station und mit der hatte ich die nächsten Wochen viel zu tun. Ich entgegnete  also "ja, ähm, verheiratet, eingetragene Lebenspartnerschaft gibt es ja nicht auf der Liste.

Die Schwester war diesbezüglich total entspannt und rief: "Ach nee, das hatte ich doch gerade schon. Wir haben verheiratet angekreuzt.". Irgendwie ahnte ich sofort, wer das war, diese "vorher schon gehabt".

 

Nach dem Gespräch im Schwesternzimmer schenkte ich mir einen Kaffee ein und setzte mich zu Uli  ins gemeinsame Wohnzimmer der Station. Ich  erzählte ihr diese  Story und sofort entgegnete sie, "ha, das war wohl ich." Das Band zwischen uns war nun endgültig geknüpft. Sie erzählte mir, dass sie bereits seit 35 Jahren mit ihrer Lebenspartnerin  zusammen war und  sie 2015 auf Norderney geheiratet haben. Meine Frau und ich waren ein Jahr früher auf dem Standesamt, dafür hat unsere Beziehung nur die Hälfte an Jahren auf dem Buckel.

 

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Und dann ist da noch Daniel, Mitte dreißig, verheiratet , eine Tochter, Diagnose Multiple Sklerose (MS). Daniel  hat beschlossen, offensiv mit seiner Erkrankung umzugehen.  Er bloggt über seinen Krankheitsverlauf auf My MS - My Life. Dazu erhalten die Leser noch  viele und aktuelle Informationen zum Thema MS.

 

Daniel ist für mich ein Vorbild. Er steht zu seiner Krankheit und hilft mit seinem Blog, auch anderen Menschen auf ihrem MS-Weg weiterzuhelfen.

 

Ich habe 2014, nach einem Aufenthalt in einem Schlaflabor, die Diagnose Restless legs Syndrom (RLS) - Syndrom der ruhelosen Beine - erhalten.

RLS Patienten leider unter "zuckenden" Beinen, teilweise mit Schmerzen und Brennen verbunden. Vor allem abends, wenn man ins Bett geht, wird es besonders schlimm. Dadurch entstehen ständige Schlafdefizite. Das erst mal dazu. Mehr Informationen gibt es z.B. auf folgender Seite: Deutsche Restless Legs-Vereinigung.

 

Als Restless legs Patienten war ich in der Hartwaldklinik 1 in Bad Zwesten, zumindest auf meiner Station ziemlich alleine unterwegs. Es gab Patienten vor allem mit der Diagnose MS, sowie Kopfschmerzen und Migräne. Die Altersstruktur: Von 22 bis 63 Jahre.

 

Ich werde in nächster Zeit immer wieder etwas neues posten, über besondere Menschen und Begebenheiten.

 

Als erstes schreibe ich über unseren 50%igen Regenbogentisch :-)

 

 

 

 

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IMPRESSIONEN - REHA

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