Solange es Mut braucht - Warum ich Romane über lesbische Frauen schreibe

Solange es Mut braucht...

 

1986 sang Ina Deter "Frauen kommen langsam aber gewaltig" (hier hören).  Dreißig Jahre später müssen wir feststellen, dass weltweit Frauen noch immer rechtlos sind, unterdrückt werden, Sexismus in vielen Köpfen verankert ist und noch längst keine Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen besteht.

 

"Frauen kommen langsam aber gewaltig" - Das sollte, gerade in Anbetracht der gesellschaftlichen und politischen Veränderungen, weltweit unsere Motivation sein. Deshalb ist es mir wichtig, Frauen in den Mittelpunkt meiner Romane zu stellen.

Ich schreibe über lesbische Frauen, weil wir gute Geschichten über unser Leben, unsere Liebe, unsere Leidenschaft,  lesen sollten, wir benötigen Identifikation. Deswegen gehört lesbische Literatur auch zu den favorisierten Büchern in meinem Bücherregal. Als ich mich für diesen Genre begann zu interessieren, war die Auswahl noch längst nicht so groß. Aber es gab bereits beeindruckende Autorinnen und Veröffentlichungen. Eins meiner ersten Bücher war tatsächlich "Carol" von Patricia Highsmith. Natürlich gehörte Rita Mae Browns Rubinroter Dschungel zur Pflichtlektüre, genauso wie einige andere Bücher von ihr. Meine persönlichen Highlights sind bis heute die "Stoner Mc Tavish" Bücher von der leider bereits verstorbenen Sarah Dreher. Diese Romane habe mich sehr inspiriert. Aktuell haben wir eine viel größere Auswahl an Büchern mit lesbischen Themen und viele Genres werden dabei auch abgedeckt. 

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Sie liebt mich - sie liebt mich nicht ...

Rezension in der Efi - Heft 4/2016)

Eine Liebesgeschichte, aber keine alltägliche. Für mich eine interessante, über weite Teile auch spannende und schöne Urlaubslektüre."

 

"Indianer im Kopf" hat die Ehre, in der letzten Efi - die evangelische Frauenzeitschrift für Bayern - zu stehen. Dieser lesbische, spirituell-humorvolle, kriminalistische Liebesroman wird von der Herausgeberin Dr. Johannes Beyer rezensiert. Das Efi eingestellt wird, steht auch im Zusammenhang mit dem Ruhestand der Herausgeberin. 

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Realität und Fiktion

Indianer im Kopf - Ist das eigentlich Deine eigene Geschichte ... ?

Diese Frage wird mir sehr oft gestellt. Ich arbeite immerhin schon über 25 Jahre für die Evangelisch-Lutherische Kirche. Meine Ausbildung habe ich auch - wie Jacki - in einer Kirchengemeinde - absolviert. Es gibt noch einiges mehr, was Jacki und mich verbindet. Aber das ist wohl nicht wirklich eine Überraschung: Wenn Autoren eine Geschichte schreiben, spiegelt das oft - vielleicht sogar meistens - etwas von sich wieder. Ein klares "NEIN" zu der Frage, ob "Indianer im Kopf" meine Geschichte sei: Es ist natürlich nicht meine Geschichte, sondern ein Roman. Ich habe mich weder in eine Pastorin verliebt - auch wenn es echt viele tolle Pastorinnen gibt ;-) - noch hatte ich, so wie Jacki, Indianer im Kopf.

Naja,  Indianer im Kopf habe ich irgendwie schon, weil mich bereits als Jugendliche das Leben und die Kultur der Amerikanischen Ureinwohner, der  Native Americans, First nation - oder eben Indianer interessiert hat. Die Philosophie dieses naturverbundenen Volkes faszinierte und prägte mich. Ihre spirituellen Vorstellungen basieren auf einem engen Verhältnis zur Natur: Leben im Einklang mit der Natur, ihren Kräften und Elementen: Pflanzen, Tiere, Himmel, Erde, Sterne, die Berechnungen des Jahreslaufs stehen in fließenden stetigen Bewegungen zueinander. Sie besaßen eine ganzheitliche Weltsicht - eine Fähigkeit, die der zivilisierten Welt leider abhandengekommen ist.

 

In der Evangelischen Kirche ist viel Bewegung hinsichtlich der Akzeptanz homosexueller Beziehungen. Auch diese Diskussion spiegelt sich in "Indianer im Kopf" wieder. Während es in einigen Landeskirchen bereits möglich ist, als homosexuelles Paar den kirchlichen Segen zu erhalten oder als Pfarrerin/Pfarrer mit dem Lebenspartner in ein Pfarrhaus zu ziehen, entwickeln sich andere Landeskirchen wieder zurück. Man trifft in der Evangelischen Kirche also genauso auf liberale und weltoffene, wie auf homophobe Menschen.

Als kirchlicher Mitarbeiter, kirchliche Mitarbeiterin ist die Frage des Coming-Outs eben auch damit verbunden: Wie geht mein Dienstvorgesetzter, wie die Kirchengemeinde mit dem Thema Homosexualität um? Auch Jacki steht vor diesem Problem: Kleinstadt, kirchliche Angestellte, Fußballverein: Dreimal ein Umfeld, in dem man sich als Lesbe oder Schwuler dreimal überlegt, ob man zu seiner Sexualität offen stehen sollte. Auch da habe ich mit Jacki nicht so viel gemeinsam. Ich bin relativ früh offen mit meiner lesbischen Seite umgegangen. Aber ich lebe in München - ob ich es in meiner Kleinstadt "ohne Indianer im Kopf" hinbekommen hätte?  

 

Eine Szene gibt es im Buch, die ich dann tatsächlich genau so erlebt habe - aber erst nach Beendigung des Buches. Das Manuskript lag bereits überarbeitet im Verlag und wartete darauf, gedruckt zu werden. Dann passierte genau diese Situation - und ich dachte für einen Moment: Hoppla, jetzt wird mein Buch verfilmt mit mir in der Hauptrolle. Es war kein schöner Moment - weder für Jacki in dem Buch, noch für mich in der Realität. Allerdings konnte ich cooler als Jacki damit umgehen. Vielleicht war ich durch das Buch besser vorbereitet ;-)

Die Stelle verrate ich jetzt aber lieber mal nicht ;-)

 

Noch ein Gedicht

"Indianer im Kopf" besteht aus 32 Kapiteln. Die Überschriften bestehen abwechselnd aus Indianer- und Bibelzitaten. Ich habe versucht, Zitate entsprechend dem Inhalt des jeweiligen Kapitels herauszusuchen.

 

Für Kapitel 32 habe ich aber eine Zeile aus einem Gedicht gewählt, dass ich vor einiger Zeit geschrieben habe und das 2008 in der Nationalbibliothek des deutschen Gedichtes

veröffentlicht wurde.

 

Das Gedicht lautet Eiszeit.

Ich habe als Teenagerin begonnen, Gedichte zu verfassen - über Umweltschutz, für Frieden und über alles, was mir durch den Kopf ging. Später schrieb ich dann auch Kurzgeschichten und sogar zwei Romane (beide liegen aber immer noch in der Schublade).. . Einige Gedichte sind von mir veröffentlicht worden - siehe hier.

 

Hier nun Eiszeit aus Kapitel 32:

 

Eiszeit (2008)

Ich sah die Sonne,
doch nicht ihr Licht.
Ich spürte ihre Strahlen,
doch sie wärmten mich nicht.
Ich wollt sie berühren,
doch war wie gelähmt.
Wollt sie umarmen,
doch ich hab mich geschämt.

Kalt war’s meiner Seele,
kalt meinem Herz
und ich hielt ihn aus,
diesen eisigen Schmerz.
Der mich gefangen hielt,
immer mehr,
kein Entkommen,
Ausbrechen fiel schwer.

Doch dann kamst Du,
gabst mir Deine Hand.
Dein sanfter Blick
hielt dem meinem stand.
Du umarmtest meine Seele,
Du wärmtest mein Herz.
Und ich spürte wie er verflog,
dieser eisige Schmerz.

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Rainbow Recaps - Ein Podcast über lesbische Präsenz in Bücher, Filme und Serien

Erfrischendes Thema

Raibow Recaps - Ein Podcast über lesbische Präsenz in Bücher, Filme und Serien beschäftigte sich diesmal ausführlich mit meinem Roman "Indianer im Kopf". Fast 36 Minuten haben sich Jule und Dany mit dem Inhalt des Buches auseinandergesetzt und sind dabei auch über die Themen Kirche - Outing im kirchlichen Bereich, Fußball und Indianer ins Plaudern gekommen.

Es bringt immer wieder Spaß, den beiden Mädels zuzuhören - und wenn es das eigene Projekt ist, dann auch noch mit ein bißchen Herzklopfen, ist ja klar.

Ich bin sehr glücklich und zufrieden, wie die beiden meinen Roman beschreiben und sehen. Sie haben durchaus kritische Anmerkungen, mit denen ich aber gut leben kann.

Der Hinweis, dass die männlichen Figuren sehr netativ rüberkommen, war schon in einer anderen Kritik zu lesen. Andere Rezensenten und natürlich auch ich als Autorin sehe das etwas anders.

Ein männlicher Rezensent schreibt auf Amazon dazu: "Ein spezielles Wort verdient der Charakter von Mirjams Mann, Pastor Holger Huber. Ich hab zwei Mal im Leben einen manipulativen Chef wie Holger erlebt. Einmal wurde er als Scharlatan entblößt und gefeuert. Einmal wechselte ich die Firma, um dem Mistkerl zu entgehen – für mich gab es keine andere Möglichkeit. Die Autorin beschreibt diesen Charakter und das sadistische Vergnügen, mit dem er seine Macht und Überlegenheit den ihn umgebenden Menschen gegenüber ausübt, wirklich hervorragend. Im Laufe der Handlung erfährt die Leserin oder der Leser wie grausam sich Holger benehmen kann. Ich werde hier nicht spoilern, sorry!" (auf Amazon die ganze Rezension).

Es gibt solche Menschen, es gibt solche Männer auf dieser Welt - leider. Und warum sollte es diese dann nicht in Romanen geben?

Und - es gibt echt sympathische männliche Charaktere in dem Buch - genauso spielen auch fiese Frauen mit ;-)

 

Hier der tolle, kurzweilige Podcast. Viel Spaß dabei:

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