Solange es Mut braucht - Warum ich Romane über lesbische Frauen schreibe

Solange es Mut braucht...

 

1986 sang Ina Deter "Frauen kommen langsam aber gewaltig" (hier hören).  Dreißig Jahre später müssen wir feststellen, dass weltweit Frauen noch immer rechtlos sind, unterdrückt werden, Sexismus in vielen Köpfen verankert ist und noch längst keine Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen besteht.

 

"Frauen kommen langsam aber gewaltig" - Das sollte, gerade in Anbetracht der gesellschaftlichen und politischen Veränderungen, weltweit unsere Motivation sein. Deshalb ist es mir wichtig, Frauen in den Mittelpunkt meiner Romane zu stellen.

Ich schreibe über lesbische Frauen, weil wir gute Geschichten über unser Leben, unsere Liebe, unsere Leidenschaft,  lesen sollten, wir benötigen Identifikation. Deswegen gehört lesbische Literatur auch zu den favorisierten Büchern in meinem Bücherregal. Als ich mich für diesen Genre begann zu interessieren, war die Auswahl noch längst nicht so groß. Aber es gab bereits beeindruckende Autorinnen und Veröffentlichungen. Eins meiner ersten Bücher war tatsächlich "Carol" von Patricia Highsmith. Natürlich gehörte Rita Mae Browns Rubinroter Dschungel zur Pflichtlektüre, genauso wie einige andere Bücher von ihr. Meine persönlichen Highlights sind bis heute die "Stoner Mc Tavish" Bücher von der leider bereits verstorbenen Sarah Dreher. Diese Romane habe mich sehr inspiriert. Aktuell haben wir eine viel größere Auswahl an Büchern mit lesbischen Themen und viele Genres werden dabei auch abgedeckt. 

Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir uns als Frauen, als Lesben immer noch viel zu selten Platz nehmen. Frauen sind wunderbar - mit ihren Schwächen, aber vor allem mit all ihren Stärken. Frauen sind herrlich komplex und gerade in Bücher hat man die Möglichkeit, die vielen Schichten, die eine Frau ausmachen, freizulegen. 
Deshalb trete ich für lesbische Sichtbarkeit ein! Im Mittelpunkt meiner Romane stehen  Coming-Out-Geschichten, weil es immer noch - oder auch gerade wieder -  Mut braucht, sich zu outen, zu sich zu stehen. Man outet sich nicht einmal im Leben, nein, es gibt ständig neue  Situationen, in denen Du überlegst, ob Du alles von Dir preisgeben kannst: In der Arbeit, im Verein, in der Nachbarschaft ... Immer wieder nimmt man Anlauf, um diese Hürde zu überspringen, denn es gibt in der Gesellschaft  diesen Unterschied zwischen öffentlich bekundeter und gelebter  Akzeptanz.

 

In meinem Fußballroman "Imke - Abseitsfalle" versteckt die Trainerin jahrelang ihre lesbischen Gefühle aus Angst vor Ablehnung, weil sie genau das alles junges Mädchen erfuhr.

In "Indianer im Kopf" fällt es der Protagonistin Jacki sehr schwer, in einem kirchlichen Umfeld zu ihrer lesbischen Seite zu stehen. In meinem neuen Roman geht es um ein spätes Coming-Out.

Ich will mit meinen Romanen auch Mut machen, zu sich zu stehen, denn letztlich ist es so die einzige Möglichkeit, frei zu leben.  

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Inkognito (Montag, 17 April 2017 09:00)

    Ich finde es großartig, dass es lesbische Romane und Autoren, wie dich gibt. Durch lesbische Romane habe ich mich selbst gefunden und endlich verstanden. Ich verschlinge sie regelrecht und empfinde es als sehr tröstlich, dass es offensichtlich ganz vielen Frauen geht, wie mir. Öffentlich geoutet habe ich mich noch nicht, dafür fehlt mir (noch) der Mut. Aber jeder gelesene Roman bringt mich dem Ziel etwas näher, eines Tages meiner Familie alles über mich erzählen zu können, damit auch sie mich zu verstehen lernen.

    Also bitte bitte immer weitermachen! Ich bin für jeden Roman dankbar �

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