REHA 2 - Frauenpower - Tisch 25

Tisch 25 - wäre der perfekte Aufhänger für einen Roman:

 

"Mit klopfenden Herzen folgte ich der Dame vom Service durch den Essenssaal. Zielsicher schritt sie bis zum letzten Tisch, direkt am Fenster. Zwei Frauen saßen bereits dort, eine schien etwas älter als ich zu sein, die andere jünger.  "Hier bringe ich Ihnen eine ihrer neuen Tischnachbarn", sagte die Servicekraft  zu den beiden und wies mir einen Platz zu.

Die Jüngere erhob sich und gab mir die Hand. "Hallo, ich bin die Steffi. Ich komme von Station 1",  und dabei wedelte sie mit der Hand vor ihrem Gesicht." - Aha, da waren also die Psychos. Steffi lachte wohl über mein Gesichtsausdruck. "Keine Angst, ich bin nicht so schlimm." Die ältere Frau lächelte und stellte sich als Mechthild vor.

Kurz darauf standen eine Frau und ein Mann vor dem Tisch. Im ersten Moment dachte ich, sie gehörten zusammen. Wie ich später erfuhr, hatten sie erstmal nur eine Gemeinsamkeit, die selbe Erkrankung.

Die beiden stellten sich als Uli und Daniel vor. Wir gaben uns alle die Hand, Uli setzte sich mir gegenüber, Daniel neben ihr. Ich hatte sofort das Gefühl, dass wir alle gut zusammenpassen würden.

Bei Uli hatte ich noch eine andere Ahnung. Vielleicht verband uns ja noch mehr. Manchmal erkennt man sich ja sofort.

Uli und Daniel gehörten zu meiner Station 4 und das war gleich noch ein gutes Gefühl. Und es kam noch besser, denn Ulis Zimmer lag meinem direkt gegenüber ..."

 

Drei lesbische Frauen sitzen gemeinsam an einem Sechsertisch, was für ein Zufall, oder? Als Autorin geht einem da natürlich einiges durch den Kopf: Ein Liebesroman? Ein Drama? Ein spannender Krimi? Alles wäre drin.

 

Tatsächlich hat sich dieser Tisch 25 zu einem echten Frauenpower-Tisch entwickelt (mit männlicher Unterstützung von Daniel - s. BLOG-Beitrag vom 09.02.). Egal wer neu dazukam - wir tickten  ähnlich: Zwar nicht alle lesbisch, aber feministisch, kämpferisch, diskussionsfreudig und humorvoll.

Ich habe selten so viel Solidarität und freundschaftliche Verbundenheit erlebt, wie in diesen vier Wochen. Bis dahin fremde Menschen - die sich nach kurzer Zeit viel zu erzählen hatten,  die Sorgen und Nöte des anderen wahrnahmen und sich gegenseitig unterstützen. Wir diskutierten auch viel über das Frauenbild in der Gesellschaft und gaben  uns das Buch von Hand zu Hand: "Wenn Männer mir die Welt erklären" von Rebecca Solnit. Ein modernes Essays, mit kritischen Blick auf die Gesellschaft und die Rolle der Frau. Es könnte helfen zu verstehen, warum Feminismus so wichtig ist.

Besonders gefreut hat mich auch die Wertschätzung, die ich für meine schriftstellerische Tätigkeit erlebt habe. Bleib mutig und schreibe weiter solche Geschichten wie "Indianer im Kopf", wurde mir auf dem Weg mitgegeben. Und das werde ich tun.

 

Ich bin mir sicher, dass jeder von Tisch 25 auch wegen dieser Gemeinschaft gestärkt und mit positiven Gedanken wieder heimgefahren ist.

DANKE -  Uli, Steffi 1, Mechthild, Christiane, Steffi 2, Betz - und Daniel!  

Ihr seid fantastisch.


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