Realität und Fiktion

Indianer im Kopf - Ist das eigentlich Deine eigene Geschichte ... ?

Diese Frage wird mir sehr oft gestellt. Ich arbeite immerhin schon über 25 Jahre für die Evangelisch-Lutherische Kirche. Meine Ausbildung habe ich auch - wie Jacki - in einer Kirchengemeinde - absolviert. Es gibt noch einiges mehr, was Jacki und mich verbindet. Aber das ist wohl nicht wirklich eine Überraschung: Wenn Autoren eine Geschichte schreiben, spiegelt das oft - vielleicht sogar meistens - etwas von sich wieder. Ein klares "NEIN" zu der Frage, ob "Indianer im Kopf" meine Geschichte sei: Es ist natürlich nicht meine Geschichte, sondern ein Roman. Ich habe mich weder in eine Pastorin verliebt - auch wenn es echt viele tolle Pastorinnen gibt ;-) - noch hatte ich, so wie Jacki, Indianer im Kopf.

Naja,  Indianer im Kopf habe ich irgendwie schon, weil mich bereits als Jugendliche das Leben und die Kultur der Amerikanischen Ureinwohner, der  Native Americans, First nation - oder eben Indianer interessiert hat. Die Philosophie dieses naturverbundenen Volkes faszinierte und prägte mich. Ihre spirituellen Vorstellungen basieren auf einem engen Verhältnis zur Natur: Leben im Einklang mit der Natur, ihren Kräften und Elementen: Pflanzen, Tiere, Himmel, Erde, Sterne, die Berechnungen des Jahreslaufs stehen in fließenden stetigen Bewegungen zueinander. Sie besaßen eine ganzheitliche Weltsicht - eine Fähigkeit, die der zivilisierten Welt leider abhandengekommen ist.

 

In der Evangelischen Kirche ist viel Bewegung hinsichtlich der Akzeptanz homosexueller Beziehungen. Auch diese Diskussion spiegelt sich in "Indianer im Kopf" wieder. Während es in einigen Landeskirchen bereits möglich ist, als homosexuelles Paar den kirchlichen Segen zu erhalten oder als Pfarrerin/Pfarrer mit dem Lebenspartner in ein Pfarrhaus zu ziehen, entwickeln sich andere Landeskirchen wieder zurück. Man trifft in der Evangelischen Kirche also genauso auf liberale und weltoffene, wie auf homophobe Menschen.

Als kirchlicher Mitarbeiter, kirchliche Mitarbeiterin ist die Frage des Coming-Outs eben auch damit verbunden: Wie geht mein Dienstvorgesetzter, wie die Kirchengemeinde mit dem Thema Homosexualität um? Auch Jacki steht vor diesem Problem: Kleinstadt, kirchliche Angestellte, Fußballverein: Dreimal ein Umfeld, in dem man sich als Lesbe oder Schwuler dreimal überlegt, ob man zu seiner Sexualität offen stehen sollte. Auch da habe ich mit Jacki nicht so viel gemeinsam. Ich bin relativ früh offen mit meiner lesbischen Seite umgegangen. Aber ich lebe in München - ob ich es in meiner Kleinstadt "ohne Indianer im Kopf" hinbekommen hätte?  

 

Eine Szene gibt es im Buch, die ich dann tatsächlich genau so erlebt habe - aber erst nach Beendigung des Buches. Das Manuskript lag bereits überarbeitet im Verlag und wartete darauf, gedruckt zu werden. Dann passierte genau diese Situation - und ich dachte für einen Moment: Hoppla, jetzt wird mein Buch verfilmt mit mir in der Hauptrolle. Es war kein schöner Moment - weder für Jacki in dem Buch, noch für mich in der Realität. Allerdings konnte ich cooler als Jacki damit umgehen. Vielleicht war ich durch das Buch besser vorbereitet ;-)

Die Stelle verrate ich jetzt aber lieber mal nicht ;-)

 

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