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 | Imke und die gestohlenen Trikots |
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Imke und die gestohlenen Trikots (2007) Kurzbeschreibung Detektivgeschichte rund um den Mädchenfussball. Was passierte mit den neuen Trikots der Mädchenmannschaft des SV Winkelbach, die kurz vor dem entscheidenden Meisterschaftsspiel spurlos verschwinden? Welches Geheimnis verbirgt sich hinter diesem Diebstahl? Schafft es die junge, talentierte Fußballerin Imke, zusammen mit ihren Freundinnen, den Fall aufzuklären? Broschiert: 114 Seiten Verlag: Heimdall-Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Oktober 2007) Sprache: Deutsch ISBN-13: 978-3-939935-46-9 Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,8 x 1 cm Preis: 8,95 Euro
Leseprobe:
1. Kapitel Überraschung
„Toooooor!“ Jubelnd rissen die Mädchen die Arme in die Höhe. Imke ließ sich feiern. Mit einem tollen Kopfball hatte sie ihr Team, den SV Winkelbach, erneut in Führung gebracht. „Aufpassen jetzt“, rief Bärbel, die Trainerin, ihren Spielerinnen zu. Es waren nur noch wenige Augenblicke zu spielen. Mit letzter Kraft warf sich Karin, die Abwehrchefin und Spielführerin, in einen Schuss und konnte den Ball abwehren. Dann ertönte der Schlusspfiff. Die zahlreichen Zuschauer spendeten begeistert Beifall. Die Mädchen lagen sich glücklich in den Armen. „Super Mädels“, rief Bärbel ihren Schützlingen zu und klatschte jede Spielerin ab. Imke strahlte über das ganze Gesicht. Sie war die Kleinste im Team, aber mit einem unbändigen Willen ausgestattet. Ihre kurzen schwarzen Haare waren wild durcheinander geraten. Ihre Eltern nahmen sie stolz in die Arme. „Ein Sieg noch und wir sind Meister“, jubelte Imke. „Naja“, wiegelte ihr Vater ab. „Es wird schon schwer, den Tabellenführer zu besiegen.“ Imke schüttelte übermütig den Kopf. „Mit der Leistung von heute werden wir auch den TUS schlagen!“ „Dem Rudi würde ich es schon gönnen, wenn er zum Schluss noch abgefangen würde “, murmelte Imkes Vater. „Eben Papa“, nickte Imke. „Der hat doch fest mit dem Meistertitel gerechnet.“ Rudi Dormann war Bauunternehmer und der größte Arbeitgeber in der Region. Er war ein riesiger Fan des Mädchenfußballs, seit seine Zwillingstöchter Gunhild und Elisabeth mit Begeisterung diesen Sport ausübten und unterstützte den TUS Neustadt großzügig. Dafür erwartete er auch einen entsprechenden sportlichen Erfolg. Die Mädchen spielten gut und besiegten die Gegnerinnen nach Belieben. Nur der kleine Dorfverein SV Winkelbach erwies sich als ebenbürtig. Im Gleichschritt marschierten die beiden Teams durch die Liga. Im Hinspiel trennten sie sich 2:2 Unentschieden. Schon damals war es eine sehr spannende Begegnung. Plötzlich stupste jemand Imke an und sagte: „Schönes Tor, Mädchen!“ Sie drehte sich um und sah Rudi Dormann mit seinen beiden Töchtern. Er war trotz seiner fast fünfzig Jahre ein gutaussehender, schlanker und drahtiger Mann. „Guten Tag Frau Strobel, Martin“, nickte er Imkes Eltern zu. Dann wandte er sich wieder an Imke: „Eine Spielerin wie dich können wir nächstes Jahr gebrauchen“, schmeichelte er ihr. „Ach Vater, lass sie doch“, meinte Gunhild und sah Imke herablassend an. Imke mochte weder Herrn Dormann noch Gunhild oder Elisabeth, die in ihren Augen hochnäsige Ziegen waren. Aber sie bemühte sich freundlich zu sein, denn Herr Dormann holte sich des öfteren juristischen Rat bei ihrem Vater, der in einer Anwaltskanzlei tätig war. Ihrem Vater zuliebe biss sie sich auf die Lippen und strahlte die drei statt dessen übertrieben an: „Danke Herr Dormann. Aber ich möchte mit meinen Freundinnen weiterspielen“, entgegnete sie freundlich. „Du musst an dein Talent denken, an Erfolg und an Weiterkommen“, drängte der Unternehmer. „Dieser kleine Verein wird dich nicht weiterbringen.“ „Mir gefällt es hier und wir können nächste Woche Meister werden“, entgegnete Imke trotzig. Die drei Dormanns lachten laut. „Euer Sieg heute hat uns echt Angst gemacht“, lästerte Elisabeth und ließ ihre Hände und Knie erzittern. „Ihr seid doch keine Meistermannschaft?“ höhnte Gunhild. „Schon eure Trikots, die habt ihr doch schon 100 Jahre.“ Abschätzend musterte sie Imke. Imke fühlte sich auf einmal unwohl. Sie sah an sich herunter und musste zugeben, dass Gunhild nicht Unrecht hatte. Der Trikotsatz war auch schon lange nicht mehr vollständig. Großmütig klopfte Herr Dormann ihr auf die Schulter. „Zu einer guten Spielerin gehört auch der beste Verein. Bei uns spielst du in den neusten Trikots, bekommst einen Trainingsanzug, Ausgehanzug, jede Saison ein paar Fußballschuhe und ein einwöchiges Trainingslager gesponsert. Im August fliegen wir nach Kreta und nehmen an einem internationalen Turnier teil. Da muss es doch jeder talentierten Fußballerin in den Füßen kribbeln. Gib dir einen Stoß, Imke.“ Ihre Eltern hatten schweigend zugehört und Imke spürte, wie ihre Mutter den Arm um sie legte. Es hörte sich wirklich alles verlockend und toll an. Aber sie spielte doch so gerne in ihrem Verein und war von ihrer Trainerin begeistert. Sie erinnerte sich noch gut an ihren ersten Trainingstag. Ein paar Wochen zuvor war die Familie Strobel nach Winkelbach gezogen. Am Anfang fühlte sich Imke sehr einsam und allein. Sie war Einzelkind, immer die Kleine und sehr schüchtern. Am liebsten vergrub sie sich zuhause in ihren Büchern, hörte Musik und träumte vor sich hin. In ihrer neuen Klasse saß sie neben Tina, großgewachsen, voller Tatendrang, redselig und mitreißend. Sie überredete Imke, mit ihr zum Fußballtraining zu gehen. Tina war die Torhüterin des SV Winkelbach. Zunächst erfand Imke immer wieder eine Ausrede. Doch Tina war hartnäckig und irgendwann stand Imke tatsächlich auf dem Fußballplatz. Sie war überrascht, wie viele Mitschülerinnen sie dort traf. Zunächst trainierte Imke sehr gehemmt, doch alle motivierten sie, dabei zu bleiben. Aber es war vor allem die Trainerin Bärbel, die Imke überzeugte, dass der Fußball und sie zusammengehörten. Bärbel sah sofort, welches Talent in ihr schlummerte. Mit viel Geduld gab sie der kleinen Spielerin immer mehr Selbstbewusstsein. In den ersten Spielen traute sie sich noch nicht viel zu. Doch bald merkte Imke, dass ihre Körpergröße ein Vorteil war. Sie bewegte sich schneller und trickreicher als ihre Gegenspielerinnen. Mit jeder neuen Begegnung stieg das Selbstvertrauen. Inzwischen zählte Imke längst zu den Leistungsträgerinnen ihrer Mannschaft. Sie schoss nicht nur entscheidende Tore, sondern bereitete auch viele Aktionen für ihre Mitspielerinnen vor. Imke war technisch begabt, besaß ein großes Kämpferherz und lebte und liebte den Fußball. Auch außerhalb des Fußballplatzes wurde sie aufgeschlossener und unternehmenslustiger. Mit Tina verband sie inzwischen eine tiefe Freundschaft. Plötzlich riss Bärbels Stimme Imke aus ihren Gedanken. Die groß gewachsene Trainerin rief ihre Spielerinnen zusammen. „Ich habe eine tolle Nachricht für euch“, sagte sie und blickte geheimnisvoll in die Runde. Erwartungsvoll sahen die Spielerinnen ihre Trainerin an. Auch die Eltern waren inzwischen näher getreten. Bärbel lächelte und die Mädchen wurden ungeduldig. „Sag schon, was willst du denn nun?“, rief Tina. „Also, eure Eltern, der Vorstand und sonstige Gönner haben gesammelt…“. Die Mädchen lauschten atemlos. „Wir haben…“, die Trainerin deutete mit einer Handbewegung in Richtung der Kabine. Karin, die Abwehrchefin und Mannschaftsführerin trat in einem blauschwarzen Trikot heraus. „… einen neuen Trikotsatz“, vollendete Bärbel. Ein Aufschrei der Freude ging durch die Reihen. Die Mädchen rannten auf Karin zu, bewunderten das Trikot, umarmten sich, ihre Eltern und die Trainerin. Alle redeten durcheinander.
Imke blickte sich um und sah triumphierend Herrn Dormann und seine zwei Töchter an, die betroffen drein schauten. Imke unterdrückte das Verlangen, den dreien die Zunge herauszustrecken. „Nächste Woche werden wir die neuen Trikots einweihen und vielleicht gleich damit Meister werden“, rief Bärbel. „Jaaa“, „Juchu“, kam es freudig zurück. „Können wir nicht alle ein Trikot mit nach Hause nehmen“, flehte Tanja, die blonde Mittelfeldregisseurin, ihre Trainerin an. Doch Bärbel schüttelte lächelnd den Kopf. „Und dann vergesst ihr es zuhause! Nein, nein. Wir legen die Dressen zurück in den Koffer und verschließen sie gut in unserer Kammer.“ Lauter glückliche Mädchen gingen an diesem Tage nach Hause. Niemand konnte ahnen, dass diese Freude nicht lange anhalten sollte.
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